Wie wird man Blauwassersegler? Nicht durch das Sammeln von Scheinen, sondern durch Seemeilen, Seemannschaft und die richtige Ausbildung auf den richtigen Booten. Bobby Schenk, selbst Kap Hoornier, bringt es auf den Punkt: Dickschiffssegeln hat mit Jollensegeln so viel gemeinsam wie Tischtennis mit Rasentennis. Wer eine Weltumsegelung plant, sollte seine Zeit nicht mit Jollenscheinen verschwenden, sondern direkt auf hochseetauglichen Yachten lernen.
Der folgende Ausbildungsweg basiert auf Bobby Schenks Empfehlungen aus Jahrzehnten eigener Erfahrung und der Beobachtung Hunderter Blauwassersegler.
Der Ausbildungsweg im Überblick
Die Stationen im Detail
1. Entscheidung
Alles beginnt mit der Grundsatzentscheidung. Bobby Schenk betont: Erst kommt der Entschluss, dann die Planung — nicht umgekehrt. Wer wartet, bis alles perfekt ist, segelt nie los.
- Weltumsegelung — nein Danke! — Der ehrliche Realitätscheck vor der Entscheidung.
- 10 Kardinalfehler bei der Blauwasser-Planung — Fehler, die schon in der Entscheidungsphase beginnen.
2. Grundausbildung auf Kielbooten
Nicht auf Jollen, nicht am Computer — sondern auf hochseetauglichen Kielbooten. Bobby Schenk empfiehlt die Hanseatische Yachtschule Glücksburg (HYS) als Startpunkt: 300 ehrenamtliche Ausbilder, Kurse vom Anfänger bis zum Hochseeschein, Folkeboote und 19-Meter-Yachten.
- Hanseatische Yachtschule Glücksburg — Die renommierte Ausbildungsstätte, an der Bobby Schenk alle seine Scheine gemacht hat.
- Schule des (Segel-)Lebens — Welche Ausbildung wirklich zählt und welche Zeitverschwendung ist.
3. Seemeilen sammeln — mit der Crew
Seemeilen sind die Währung der Vorbereitung. Nur wer genügend gemeinsame Seemeilen mit seiner Crew geloggt hat, kann realistisch einschätzen, ob der Traum trägt. Bobby Schenk warnt: Crew-Konflikte — nicht Wetter oder Technik — sind der häufigste Grund, warum Weltumsegelungen scheitern.
- Vorbereitung und Planung eines Blauwasser-Abenteuers — Warum gemeinsame Seemeilen wichtiger sind als jedes Zertifikat.
- Stationen bei der Vorbereitung einer Weltumsegelung — Der konkrete Fahrplan: Von den ersten 260 Meilen bis zur Abfahrt.
4. Überführungstörn unter erfahrenem Skipper
Ein Überführungstörn — das Überführen einer Yacht von A nach B über eine längere Strecke — ist Gold wert. Man ist intensiv in den Schiffsbetrieb eingebunden, segelt Tag und Nacht, und lernt unter realen Bedingungen. Mindestens ein Törn von 500+ Seemeilen sollte es sein.
- Ausbildung und das richtige Schiff — Warum ein Überführungstörn mehr bringt als zwei Wochen Chartererfahrung.
5. Der Crew-Check
Nach den gemeinsamen Seemeilen steht die ehrliche Frage: Funktioniert diese Crew auch unter Stress, bei Müdigkeit, bei schlechtem Wetter? Wenn nicht, muss die Zusammensetzung überdacht werden — bevor man auf dem Atlantik feststellt, dass es nicht passt.
6. Skippertraining — Hafenmanöver
Bobby Schenks nachdrücklichste Empfehlung: Hafenmanöver sind die riskanteste und komplexeste Situation im Segelalltag — gefährlicher als jede Ozeanpassage. Und genau hier haben die meisten Segler die größten Lücken. Ein 3-tägiger Intensivkurs mit Drohnenaufnahmen, Simulation und Videoanalyse schließt diese Lücke.
- Schule des (Segel-)Lebens — Der ausführliche Bericht über das Skippertraining: Inhalte, Methoden und warum es so wichtig ist.
7. Spezialwissen aufbauen
Parallel zur praktischen Erfahrung erwirbt man das nötige Spezialwissen:
- Funkzeugnis — Pflicht für die Hochsee.
- See-Überlebenskurs — Was tun, wenn alles schiefgeht.
- Motorkunde — Der Diesel muss laufen, immer.
- Astronavigation — Backup, wenn die Elektronik ausfällt.
Relevante Artikel:
- Das kann jeder Mitsegler in einer halben Stunde lernen — Grundlegende Seemannschaft für jedes Crewmitglied.
- Wichtigste medizinische Voraussetzungen — Gesundheitliche Vorbereitung auf die Langfahrt.
- Präzision aus Pappe? — Warum ein einfacher Sextant an Bord gehört.
8. Blauwasser-Seminar
Bobby Schenks 2-Tage-Intensivseminar mit Experten, die selbst auf den Weltmeeren unterwegs waren. Hier werden die letzten Wissenslücken geschlossen — von der Energieplanung bis zur Routenwahl.
- Erfahrungsberichte vom Blauwasserseminar — Was Teilnehmer aus dem Seminar mitgenommen haben.
9. Schiff kennenlernen
Die letzte Phase vor der Abfahrt: Das eigene Schiff in- und auswendig kennenlernen. Jedes System muss verstanden, jede Schwachstelle gefunden werden. Shakedown-Törns decken auf, was noch fehlt.
- Wer kennt sein Schiff schon in- und auswendig? — Warum jeder Blauwassersegler seine Elektrik verstehen muss.
10. Leinen los!
Wer diesen Weg gegangen ist, ist vorbereitet. Nicht perfekt — das wird man nie sein. Aber bereit.
Zeitplan
| Phase | Dauer | Zeitpunkt |
|---|---|---|
| Entscheidung und erste Törns | laufend | 3-5 Jahre vor Abfahrt |
| Grundausbildung HYS | 2-4 Wochen | 2-3 Jahre vorher |
| Seemeilen sammeln mit Crew | 1-2 Jahre | fortlaufend |
| Überführungstörn | 2-4 Wochen | 1-2 Jahre vorher |
| Skippertraining | 3 Tage | 1 Jahr vorher |
| Funkzeugnis, Spezialkurse | je 1-2 Wochen | 1 Jahr vorher |
| Blauwasser-Seminar | 2 Tage | 6-12 Monate vorher |
| Schiff kennenlernen | 3-6 Monate | unmittelbar vor Abfahrt |
Alle verlinkten Artikel stammen von bobby-schenk.de. Der Ausbildungsweg basiert auf Bobby Schenks jahrzehntelanger Erfahrung als Weltumsegler und Ausbilder.

