“Lieber Herr Schenk,

hier noch ein Tipp, wie man Wäsche mühelos sauber bekommt:

Wäschestücke mit einer Leine verbinden, oder in einem Wäschenetz unterbringen, das ganze während der Reise über Bord hängen und entlang des Schiffsrumpfes mindestens 2 Stunden schleppen. Die unglaublichen Wassermengen, die durch die Wäsche hindurch strömen, verbunden mit den reinigenden Salzen des Wassers, ergeben ein umwerfend gutes Ergebnis.

Bei uns an Bord jedenfalls gibt es auf Langfahrt keine Waschmittel mehr!

Liebe Grüße”

Hierzu meine Meinung:Auf unserer Weltumsegelung vor vielen Jahren mit einem 10-Meter-Boot hatten wir genau 280 Liter Wasser an Bord und die Atlantiküberquerung dauerte lange 35 Tage. An eine Süßwasser-Wäsche unserer zahlreichen T-Shirts und Shorts war bei dem geringen Süßwasservorrat gar nicht zu denken. Also benutzten wir ein oder zweimal die patente Methode, die Klaus Hömberger geschildert hat. Nebenbei: Wenn es jemand nachmacht, sollte er gut darauf achten, dass der Korb oder das Netz, in dem die Wäsche mitgeschleift wird, bestens gesichert ist, denn bei den Schiffsbewegungen in Rauschefahrt kommen erhebliche ruckartige Belastungen auf den Wäschebehälter zu.Später, mit steigendem Alter und Verweichlichung bemerkten wir den Nachteil dieserschönen und umweltschonender Methode: Es ist unvermeidlich, dass durch das Salz in der Kleidung dieses in die Kajüte und damit in die Polster getragen wird. Das hat zur Folge, dass eine latente Feuchtigkeit im Schiffinneren ständig vorherherrscht, was sich besonders bei Regenwetter und feuchtem Tropenklima höchst unangenehm bemerkbar macht.Bei unseren größeren Schiffen heutzutage werden wir wesentlich mehr Süßwasser zur Verfügung haben, beim 15-Meter-Stahlschiff tausend Liter und beim !4-Meter-Katamaran 600 Liter plus Watermaker. Da wäre eine gelegentliche Nachspülung mit Süßwasser dann schon drin.

Auch das Stromproblem sollte auf größeren Yachten weitgehend gelöst sein - ein beliebter Irrtum! Trotzdem, wenn genügend Süßwasser vorhanden ist, auch ein leistungsfähiger Inverter im Maschinenraum summt, kommt zwangsläufig die Forderung (meist von der Bordfrau) nach einer richtigen Waschmaschine. Deshalb wurde auch in unseren letzten Katamaran eine Waschmaschine eingebaut. Interessant: Wann immer das Boot von Gästen besichtigt wurde, hörte ich den begeisterten Ausruf der Besucherin: “Eine Waschmaschine!” - siehe Foto!Um es kurz zu machen: Die Waschmaschine wurde in zehn Jahren ein einziges Mal zum Testen benutzt. Die paar sauberen T-Shirts, Pareos, Handtücher, Unterwäsche und Shorts, die in den heißen Tropen so anfielen, bezahlten wir mit vielen Ampere, kostbarem Süß-Wasser und spürbaren heftigen Vibrationen. Karla brachte es dann auf den Punkt. Auf einem so großen Schiff lassen sich T-Shirts und Tropenkleidung locker für 30 Tage unterbringen. Und ortsansässige (meist preiswerte chinesische) Wäschereien sollen ja einigermaßen gut von Yachties leben.Hierzu eine Episode, die ich mir gemerkt habe: Als Karla in der Marina inmitten von London in einer (chinesischen) Loundry anfragte, ob sie auch am Samstag offen hätten, wurde geantwortet: “We never close!” Welche Arbeitsmoral! Ja die Chinesen…

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