Wo gibt es dieses Wunderding?

Meines Wissens nirgends im Handel. Aber es besteht Hoffung, dass sich das ändert und gar nachträglich noch ein Schlingertisch eingebaut werden kann. Wie dieser Prototyp arbeitet, zeigt das Video. Phantastisch, oder?

Man achte im Video auf die runde Tomate auf dem Tisch, die sich keinen Millimeter vom Fleck rührt. Oder auf die Flaschen, wohl die Königsdisziplin fürs Standhaftbleiben bei viel Krängung! Wie genau der Tisch balanciert, deutet auch die Plastiktüte am Haken an, die parallel zum Tischfuß hängt.

Stephan Georg Schmidt (stephanskardantisch@web.de) heisst der Konstrukteur und Erbauer des Tisches, der auf dem Video die Schwerkraft zu überwinden scheint. Seine schöne Oelmann- Stahlyacht hat gute Lage, die auf einem festen Tisch das Geschirr abwerfen würde. Er meint, dass sich so ein Tisch für 1500 bis 2000 € produzieren ließe. Wenn ich bedenke, was wir für Computerspielzeuge auf der Yacht ausgeben, dann rechnet sich so ein Betrag doch gut, Nutzen und Aufwand gegenüber gestellt.

Auf unseren Yachten schwenkte eine Halbkardanik den Tisch, Stephan Georg Schmidts Werk dreht sich mit einer Bewegungsfreiheit von ca. +/-35° in Quer- und Längsachse. Das bedeutet, dass er nicht nur die Krängung der Yacht, sondern auch deren “Stampfen” im Seegang kompensiert, was wir vor allem hoch am Winde erleben werden.

Der nachträgliche Einbau in eine heute moderne Kunststoffyacht, auch bei einer Dinettanordnung sollte kein Problem sein, wenn man mit Harz und Lochplatten arbeitet.

Manch eine Werft könnte sich für so einen Sonderwunsch ungern dann interessieren, wenn sie nur mit Schlingertisch einen Auftrag an Land ziehen kann.

Der einzige Grund, warum ich so einen Tisch, der das Leben auf hoher See erheblich erträglicher macht, auf meiner letzten Yacht nicht an Bord hatte, war, dass diese, weil Katamaran, mit ganz wenig Lage segelte. Aber Einrumpf? Nur mit waagrechtem Esstisch! Das wird man wohl bei den heutigen Yacht-Preisen erwarten dürfen!

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