Frage von Jochen Winter
Moin Herr Schenk,
Ich habe mir, nicht zuletzt auch wegen Ihrer enthusiastischen Beschreibung auf Ihrer Webseite, ein Banana Boat (2,90 m) gekauft. Meine Begeisterung hält sich bisher in Grenzen. Ja, es lässt sich leicht aufbauen und transportieren, der Kunststoff wirkt unkaputtbar. Allerdings vertraue ich dem Boot unter Motor nicht: Weil ich den Motor ja bedienen muss, sitze ich relativ weit hinten. Dadurch sinkt das Banana Boot hinten aber so weit ein, dass die Gefahr besteht, dass Wasser von hinten hinein läuft. Die achterliche “Reling” ist dann nur noch wenige Zentimeter oberhalb des Wassers. Ich kann mich aber auch nicht in die Mitte setzen, denn ich muss ja den Motor bedienen.
Wie haben Sie diesesProblem gelöst? Oder sind Sie nur gerudert/gesegelt?
Vielen Dank schon jetzt für Ihre Antwort!
Mit freundlichem Gruß
Jochen Winter
Moin Herr Winter,

Vor Jahren haben wir Beiboote benutzt, die keine 20 Kilo gewogen haben und kein Mensch hat sich aufgeregt, dass dieses (nach heutigen Begriffen) wackelig, und kaum mit einem Aussenborder zu benutzen war. Jeder hat eingesehen, dass man von so einem Bötchen nicht die gleiche Stabilität erwarten kann wie von einer ausgewachsenen Yacht. Heute sieht man das anders, es sind aber auch andere “Seeleute” am Werk. Ich kann mich gut erinnern, wie damals Patentrezepte zur Pinnenverlängerung ausgetauscht worden sind, um den Steuermann möglichst in die Mitte des Bootes zu bringen, damit es sein größenbedingtes Tragvermögen ausspielen konnte.
Ich habe ganz früher ein Padillac-Boot benutzt, das ganze 19 Kilo gewogen hat und mit einer Hand aus dem Wasser - oder auf den Strand zu ziehen war. Zu meiner vollen Zufriedenheit, war es in der Lage, auch drei Personen bei nicht allzuviel Seegang vom Ufer zum Schiff zu bringen. Heute würde ich damit ausgelacht.

Seit 1979, also über 30 Jahre habe ich ausschließlich Banana-Boote benutzt und hab nur beste Erfahrungen damit gemacht. Auch meine zahlreichen Gäste waren zufrieden. Seit dem Jahre 2000 habe ich es auch mit einem Motor betrieben - das “Kleine” mit 2 PS und das Große mit 5 Ps. Damit kam das Boot, besetzt mit 2 Personen gut ins gleiten und ich hab Geschwindigkeiten über 10 Knoten gemessen. Während ich früher beim Kleinen mittschiffs ein Gewicht im “Vorschiff” (ausgediente Zinkanoden in einem Sack) zur Stabilisierung und eine Pinnenverlängerung benutzt habe, hab ich mir bei den leztzten Booten einen Spoiler angeschafft, der es ermöglicht hat, auch ohne Zusatzgewichte allein hinten zu sitzen und die Motorpinne zu bedienen - siehe Fotos vom Boot im Gleiten.
Ich bin nicht der einzige Weltumsegler, der von diesem unzerstörbaren Boot (Ausnahme:Holzteile) begeistert war und ist - siehe hier! Auch Weltumsegler Martin von der Just Do It** schreibt begeistert hier:
**“Das Banana-Boot erwies sich in den rauen Revieren Feuerlands allen Schlauchbooten weit überlegen, da durch Felsen, Muscheln usw. praktisch unzerstörbar.”
Wichtig ist die richtige Motorisierung. Das sind beim “kleinen” Banana-Boot der leichtest mögliche Zweitakter (Tohatsu oder Suzuki) mit 2 PS oder weniger und beim größeren Boot ein Tohatsu mit 5 PD - und dazu einen Spoiler, der die Nachschleppeigenschaften und die Schwimmlage nachhaltig verbessert.
Das Problem bei den heutigen Seeleuten (nicht bei allen - siehe oben) ist, dass sie aus Unverständnis heraus, Unmögliches verlangen: Am besten ein 2 Meter langes Beiboot mit 20 PS und für 5 Personen bei der Stabilität einer 20-Meter-Yacht.
Mit freundlichen Grüßen
Bobby Schenk

