Ketsch ELDORADO

Schiffsname: Eldorado
Vorname: Ludwig (64) und Lotti (64)
Beruf des Skippers: Technischer Free-Lance-Journalist und Filialleiterin
Nationalität: Schweiz

Schiffstyp und Größe:
Ketsch Nauticat NC40,
Länge über Alles (incl. Bugsprit): 13.3 m (43’) - Breite 4m - Tiefgang 1.75m, Verdrängung: 13.5 Tonnen, aktuelles Gewicht ca. 16 Tonnen. Konstrukteur: Sparkman & Stephens Werft: Siltala Werft, Finnland - Baujahr: 1987
Route der Weltumsegelung:
Start: Puerto de la Duquesa, SW-Mittelmeer am 4. August 1997 - Spanien - Kanaren - mit der ARC über den Atlantik - St. Lucia - Venezuela - Panamakanal - Galapagos - Marquesas - Tahiti - Cook Island - Palmerston Atoll - Niue - Tonga - Fiji - Vanuatu - Chesterfield Reef - Bundaberg an der Ostküste Australiens - Darwin - Bali - Singapore - Malakka Strait - Malaysia - Thailand - Malediven - Chagos-Atoll - Nossy Bé (Madagaskar) - Mayotte - Kap der Guten Hoffnung - Lüderitz - Fernando de Noronha (Brazil) - French Guyana - Iles du Salut - Trinidad- Isla Margarita (15.Mai 2002). Insgesamt 36592 Seemeilen!
Zehn Fragen an d
en Weltumsegler
Wart Ihr a) mit dem Schiff zufrieden, b) was wäre Dein Traumschiff?
a) Sehr zufrieden, Stehöhe überall, eine Decksalon Yacht ist für uns das ideale Fahrtenschiff. Die Nauticat ist ein ‘starkes’ Schiff, das auch mal mit einen kräftigen Seegang und mit Schwerwetter fertig wird. Sie gibt uns ein absolut sicheres Gefühl. b) unser jetziges.
2)Jährliche Kosten für a) Lebensunterhalt, b) Schiffsunterhalt?
a) 12000 € Lebensunterhalt b) 8000 € Schiffsunterhalt
- Welche Ausrüstungsgegenstände haben sich a) gut bewährt, b) welche machten Ärger? a) Rollanlagen für Genua und Fock - Nav-Plotter von Autohelm (Yeoman) - Hydraulische Steuerung inkl. Autopilot (Autohelm 7000) -
Amateurfunk mit SCS-Pactor-Modem fuer Email mit Winlink (Kurzwelle) - Navtex und Wetterfax - Bugstrahlruder - Radar - Wassermacher - Davitts (zum Hochheben des Dingis) - Microwave
Brotbackmaschine - Waschmaschine - Elektrische Toiletten - 220 V - Generator - Solarpanels (4 Stück SP75 von Siemens) und Air-Marine Windgenerator - elektrische Pumpe für den Ölwechsel - Laptop mit Drucker - Digitale Kameras (Video und Foto)
b) Fenster mit Befestigungs-Klemm-Schrauben (eine absolut unsinnige Konstruktion. Auch neueste Schiffe nordischer Bauart haben unverständlicherweise diese Konstruktionen) - zu kleines Ladegerät (wir hatten eines mit 40 A).
Welche zusätzlichen Ausrüstungsgegenstände hättet Ihr Euch gewünscht? Rollgross, Rollbesan, 220V-Inverter mit 2kW Leistung, Wellengenerator, Nähmaschine Als Kommunikationsmensch freue ich mich, wenn Satellitentelefone zahlbar werden.
Welche Versicherungen hattest Du a) für Dich, b) fürs Schiff? a) für Euch? Krankenkasse (Lu: Trans Ocean und Lo: private schweizerische Krankenversicherung)
b) fürs Schiff? unter Schweizerflagge obligatorische Haftpflicht. Zusätzliche Kasko (aus Prämiengründen mit einem hohen Selbstbehalt von 10'000 CHF)
- Was waren für Dich a) die besten Plätze, b) die schlechtesten Plätze? a) Tuamotus, Französisch Polynesien, Cook Islands, Palmerston-Atoll, Fiji (Yasawas), Südsee, zum Teil Karibik, Thailand, Chagos
b) Malediven (hohe Check-in Gebühren, Segler sind nicht willkommen),
Madagaskar (Dingiklau in Nosy Bé, Willkür der Beamten), Südafrika (wetterbedingt, viele SW Stürme), Trinidad (regnet zu viel im April/Mai)
Wurden Deine Erwartungen erfüllt? Voll und ganz, aber uns lief die Zeit davon.
Was würdet Ihr beim “nächsten Mal” anders machen? mehr Zeit investieren, um an den schönen Orten länger verweilen zu können. Das Segelleben früher beginnen, wir waren schon 60, als wir losfuhren. Vorher im Berufsleben so planen, dass auch in der Segelzeit Einkommen fliessen.
schlimmste Erlebnisse?
Tropical Storm mit Spitzen bis 55 kts in der Nacht, zwischen Vanuatu und Chesterfield Reef, von keiner Wetterstation vorausgesagt oder angekündigt. Squalls mit Starkwind und Winddrehungen bis 120 Grad bei den langen Überfahrten. Hohe Wellen bis 6 und 7 m in der westlichen Karibik zwischen Curaçao und Panama. Dingiklau in Nosy Bé (Madagaskar).
Wir mussten lernen, dass an vielen Orten die ‘Kleinkriminalität’ heute offenbar zum Segel-Alltag gehört. Man muss sich vorwiegend selbst schützen, es gibt keine oder kaum Hilfe von den Behörden. Wir mussten auch akzeptieren, dass Segler an vielen Orten nicht (mehr) erwünscht sind.
Viele zum Teil komplizierte (und teure) Check-in Prozeduren.
- Wie geht Euer Leben weiter? Wir versuchen uns zu anrangieren. Wir wollen unser Schiff schnellstmöglich verkaufen, da die Schweiz keinen Zugriff zum Meer hat und es schwierig ist, ‘schnell übers Wochenende’ segeln zu wollen.
Bis es soweit ist, segeln wir sechs Monate im Jahr in der Karibik. Wir lassen die ELDORADO für den Rest des Jahres außerhalb der Hurricanzone (Venezuela). Ich träume davon, noch mal in den Pazifik (Tuamotus, Französisch Polynesien, Palmerston-Atoll) zu segeln. Lotti freut sich auf zu Hause an Land.
