Rein Schiff! - ohne Pütz von Uli Ballhausen
Wieder hat Uli Balhausen, der sich derzeit mit seiner Baby-Lagoon in den ABC-Inseln rumtreibt, einen sehr praktischen Trick-Siebzehn ausgeheckt und angewendet. So wie es sein soll: “Effektiv, aber billig”. Um die 50 Euro wird man dafür aufwenden müssen. Uli schreibt:

“Ein wirklich hilfreicher Trick gegen Dreck auf dem Deck: Da hatten wir hier furchtbar Saharastaub. Der hat alles rot-braun überzogen. Wir haben keine Deckwaschanlage. Aber wir haben eine 230V Schmutzwasserpumpe aus dem Baumarkt (50-80€). Die Pumpe über Bord gehängt, Stecker in die Steckdose und mit dem Schlauch und mit unendlich viel (See-)Wasser das Schiff geputzt und anschließend beim nächsten Regen nachgefeudelt.
Vorteil: preiswert, leicht zu verstauen, keine komplizierte Installation, Grobfilter
Nachteil: Du brauchst einen leistungsgerechten Inverter (wenn man ihn nicht ohnehin hat). Uli Ballhausen”
Klar,
man kann seine Yacht auch mit einer Pütz mit Seewasser rein
machen. Ach, was
sage ich, mit Dutzenden Eimern, mit denen man das Nass aus dem
Bach holt, was ordentlich Zeit kostet, einen Muskelkater
beschert, aber gut für die Kondition ist. Da geht es mit Ulis
Trick bedeutend erholsamer. Freilich, wenn die Yacht in der Marina
am Steg mit Süßwasseranschluss und 230 Volt liegt, wird man
sie
kaum mit Salzwasser überziehen. Dann kann man auch einen Kärcher
für wenige Euros einsetzen - (siehe
“Strahlen statt Schrubben, der Trick mit dem Kärcher”****).
Aber auf dem Ankerplatz gibt es nicht so viel kostbares Süßwasser, höchstens dann, wenn man ein paar hundert Liter “Maschinenwasser” im Tank hat. Ansonsten ist die Methode vom Uli viel, viel besser als nichts.

Ja, gewiß: Wechselstrom mit der üblichen Haushaltsspannung von 230 Volt ist für diese preiswerte Lösung notwendig. So eine preiswerte Pumpe vom Versandhandel, zum Beispiel SVB, oder auch vom Hardware-Geschäft am Ort wird um die 500, 600 oder auch weniger Watt haben. Wenn man eine stärker Pumpe nimmt, dann ist es sogar möglich, diese beim Ankeraufgehen zum Ketten- und Ankerwaschen zu benutzen. Eine große Hilfe statt mit der Pütz zu arbeiten! Ein 2-Kilowatt-Jockel mit 230 Volt (z.B.von Honda) wird das spielend schaffen. Und ein Inverter auch, also ein Gerät , das aus der 12-Volt-Gleichstrom-Batterie schönen Wechselstrom macht. “Schön” heißt hier “sinusförmig”. Aber das ist bei den heutigen Invertern für so gegen 200 Euro fast schon eine Selbstverständlichkeit. Für die Pumpe wäre ein sauberer Sinusstrom zwar gar nicht nötig, aber der erlaubt dann auch den Betrieb von elektronisch empfindlichen Ausrüstungen wie TV, Computer etc.
Einen kleinen Haken
gibt es bei der Wahl des Inverters: Sollen
Wechselstrom-Motoren, zum Beispiel Air Condition oder eben so eine billige
Pumpe betrieben werden, steht da zwar auf dem Datenschild
“500W Leistung” drauf, die 500W werden vom Pumpenmotor
auch dankbar angenommen - aber nur dann, wenn er schon mal im Laufen ist. Das
Problem: Diese Wechselstrom-Motoren benötigen ein Mehrfaches (mindestens
Dreifaches) an Anlaufstrom. Das heisst, mit einem 500-Watt-Inverter wird man die Pumpe nicht benutzen können. Bei vielen
Invertern wird aber darauf hingewiesen, dass “kurzzeitig” eine
wesentlich höhere Leistung zur Verfügung steht. Am besten eben
ausprobieren - risikolos dank der heutigen Rücksendungsmöglichkeiten!

