Nein, den folgenden Artikel hab ich nicht geschrieben, auch nicht souffliert, die leicht frauenfeindlichen Tendenzen auf dieser meiner Webseite stammen also nicht von mir. Natürlich nicht ! Zur Klarstellung: Die Segelkarriere der Tierärztin Eva Miersch - nach eigener Beschreibung eine Bergsteigerin - siehe hier zeigt gut wieder auf, dass letzten Endes für die (hier häufig gestellte) Frage “wie bringe ich meine Freundin/Frau zum Segeln” entscheidend ist, dass die Lady aus Freude am Segeln, nicht auf Wunsch des Göttergatten oder Mackers, aufs Schiff geht und dort auch eigene Erfolgserlebnisse hat. Bei Eva war es so: Sie meldete sich vor ein paar Jahren, wahrscheinlich aus Neugierde, zu meinem Skippertraining an, wobei sie mir gleich zu Beginn ziemlich unverblümt eröffnete, anschließend würde sie mit ihrem Freund zum Paddeln gehen. Das harte mehrtägige Skippertraining mit zig Ab-und Anlegemanöver auf 45-Fuß-Yachten hat die Powerfrau wie nix weggesteckt. Und anschließend meldete sich die verhinderte Paddlerin als Bergsteigerin (siehe hier) beim Regattasegeln zurück. Super ! Bobby SchenkTeam spirit – oder Regattasegeln mit Frauen
von Eva Miersch

Ginge es nach dem Journalisten Karl Forster (in seinem Buch “Kleine Philosophie der Passionen, Segeln”) so dürfte heutzutage einfach keine Crew mehr ohne Frauen an Bord auslaufen. Nun ist Regattasegeln nicht immer unbedingt vergleichbar mit der Urlaubssegelei durch die griechische Agaiis, wie Karl Forster sie beschreibt, aber ganz Unrecht hat er sicher nicht. Eine Frau an Bord heißt die Männer nicht zu sehr entgleiten zu lassen. Es ist vielleicht ein Hang mehr Kultur an Bord. Aber viele Frauen an Bord, nun das ist wiederum eine ganz andere Geschichte.
Ich bin inzwischen eine ganze Reihe von Regatten in überwiegenden Männercrews gesegelt und wir hatten immer einen Heidenspaß. Wir sind 400 sm Langfahrt Regatta gesegelt, genauso wie Kurzbahnregatten. Wir haben im Gewittersturm Salontische aus der Verankerung reißen lassen und wir haben den Inhalt der einzigen an Bord verfügbaren Mülltüte mit 50 Litern Wasser und zerbrochenen Tellern auf dem Salonboden der Yacht gemischt. So viel zum Thema Kultur an Bord. Wir haben gemeinsam auf der Kante sitzend gefroren und gelacht. Wir haben uns 31 Stunden fast ausschließlich gegen den Wind durch die nördliche Adria gewühlt. Wir haben den Spinnaker gemeinsam aus dem Wasser gefischt, genauso wie wir spektakuläre Spimannöver gefahren und dabei gleich vier Gegner überholt haben. Wir haben unendlich viele Geschichten erlebt und wir haben immer alles gemeinsam erlebt und wir hatten immer Spaß. Zugegeben mal mehr, mal weniger.
Aber es gibt auch andere Erlebnisse als Frau an Bord, die einen nachdenklich werden lassen. Zum Beispiel folgende Situation: zwei Pärchen und eine Frau extra. Ich denke sie glauben es schon zu ahnen, aber das war nicht das Problem. Wenn eine Frau in der Crew physisch und psychisch überfordert ist, dann sagt sie das nicht. Nein sie fängt an die einzige Unabhängige, ohne männliche Begleitung, zu tyrannisieren und schnell ist die Schuldige, zumindest von einer Seite aus, an dem ganzen Dilemma gefunden. Frauen sind halt anders als Männer an Bord. Bei meiner letzten Regatta fand sich ein männlicher Regattaneuling an Bord ein, der sich von vorne herein selbst als Vorschiffsmann bestimmt hatte, allerdings ohne Erfahrung wohlbemerkt. Nach zwei Stunden Segeln auf der hohen Kante mit 30 Knoten Gegenwind stellte der neue Vorschiffsmann fest: Regattasegeln wäre nichts für ihn, weil es ihm zu hart wäre. Zugegeben zu jenem Zeitpunkt hatte er noch keine Minute auf dem Vorschiff verbracht.
Männer beim Regattasegeln sind anders als Frauen. Silbermedailengewinner und
Weltmeister Hubert Raudaschl hat gerne Frauen an Bord, der Stimmung wegen, aber immer sicher im Cockpit und in keinem Fall auf dem Vorschiff. Allerdings durfte ich damals in den Mast, da die Männer gerade nicht wollten. Bobby Schenk sagte einmal: er würde nie ohne Frauen segeln, die würden immer tun was man ihnen sagt und sie sind in extremen Situationen viel belastbarer. Im zweiten Teil gebe ich Bobby ein wenig recht, ich habe viele super Frauen an Bord erlebt, die bis zum Schluss um jede Kabellänge und um jeden halben Knoten Speed gekämpft haben, aber was den Befehlsempfang angeht, oder wenn es zu viele Frauen werden, kann es auch interessant werden - stimmungstechnisch meine ich. Daher ein Tipp: eine erfolgreiche Regattacrew nimmt immer eine Frau mit, bei mehreren aber gilt:
Prüfet wer sich auf dem Wasser bindet.
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