Bauza 4000

200 - DML - 1

32 Liter/h

eine 40" x 2.5"

19.8 / 9.5

Das Herz einer Langfahrtyacht…

“Stéphane vom 14-Neter-Katamaran OLENA (www.sy-olena.ch) schreibt aus Tahiti:

Zu deinem letzten “In den Wind Gesprochen” Beitrag (siehe auch hier! , kann ich nur Sagen, genau so ist es. Einige aktuelle Beispiele von uns. Morgen Samstag, 2.11. erhalten wir unsere neue CY-Batteriebank (4x220Ah), in Garantie. Weil von der aktuellen Bank, 1 von 4 seit anfangs Juli Tod ist und XY Ende Juli freundlicherweise entschieden hat, alle 4 Batterien in Garantie zu Ersetzen. Man Rechne die Lieferzeit Ende Juli zu anfangs November.

Nächstes Beispiel, anfangs August, nach 419 Betriebsstunden und exakt eine Woche nach Garantieablauf, hat beim teuren ZZ-Generator, der Inverterteil das Zeitliche gesegnet. Die Freundlichen Leute von ZZ haben dann entschieden, das 11 Kg Teil unter Kulanz zu Ersetzen. Ausfallzeit bis das gute Teil wieder 230 V liefere: 7 Wochen. Leider benötigt unser Watermaker 2,5 Kw230V, somit mussten wir all die Zeit mit Wasserkanister iergendwo an Land Wasser kaufen, manchmal war es Gratis. Aber mit 5 Nasen an Bord wöchentlich ca 400Liter ankarren ist nicht ganz ohne.

Weiteres Beispiel: Nachdem ich ende Juli konsterniert feststellen musste, dass viele von den benötigten Ersatzteile in Tahiti auch nicht erhältlich sind, habe ich beim grossen WW in Deutschland eine Bestellung aufgegeben. Angesagte Lieferzeit mit DHL; 1-3 Wochen, tatsächlich 6 Wochen!

Trotz bester und vorsorglicher Pflege, gehen sehr viele, “Schiffs-Ausrüstungs-Teile” kaputt, Tatsache! Die Amis unter den Seglern, nehmen einen der täglichen Flieger nach Los Angeles oder San Francisco und lassen sich die benötigten Ersateile ins Airporthotel liefern und kommen 3 Tage später wieder zurück mit Koffern voller Ware. Ich sage es allen Landratten und zukünftigen Weltumsegler. Auf dem Schiff hat man einen strengen Arbeitgeber, in meinem Fall heisst er OLENA, bei dir hiess er THALASSA.”

e

Immer qwieder

Watemraker von der Batterei

Aus Sicherheitsgründen

Braren

Auspuffgeräusch

Landstrom

Ankerwinde

r hierzulande fahrtensegeln kann, tut sich leichter…

Man könnte heulen, wenn man solche Mails bekommt. Das hört sich aber doch ziemlich harmlos an? Denkste! Der eine oder andere könnte da denken, was macht das schon, wenn wegen ein paar Reparaturen auf die Ersatzteile ein paar Wochen, vielleicht auch ein paar Monate gewartet werden muss? Weltumsegler haben doch praktisch unbegrenzte Zeit und dabei sind sie (siehe Sprichwort von der sarkastischen Weltumsegel-Definition) an den schönsten Plätzen der Erde…".

Doch solche Leidensgeschichten (wie sie regelmäßig in meinem Posatfach landen) sind leider fast ganz Normales. Die Konsequenzen aus Ersatzteilschwierigkeiten können drastisch sein. Man versäumt zum Beispiel das Ende der Hurricanesaison zum Weitersegeln, was zur Folge hat, dass ein Jahr zur geplanten Weltumsegel-Zeit hinzugegeben werden muss. Ein kaum lösbares Problem wegen der Schulfplicht der Kinder, der Finanzen, des Wiedereinstiges in den Beruf und so fort.

Abgesehen von dem Ärger an vielen Plätzen mit Handwerker, dem Zoll, den sonstigen Behörden (Visa verfällt) fallen dann nicht erwartete Kosten für teure Marinas, die man eigentlich meiden wollte. Und ganz schlimm wird es, wenn man sich auf einer Rally um die Welt, wie Sie neuerdings für viel Geld verstärkt angeboten wird, aus der Flotre ausklinken muss, denn es ist nicht zu erwarten, dass die übrigen 20 Teilnehmer gerne darauf warten, dass auf einem der teilnehmenden Schiffe noch ein wichtiges Ersatzteil für den Generator ankommen muss. Die Verbliebenen wollen aber “betreut” weitersegeln.

Da hilft es nur, die Ausrüstung der Yacht so zu wählen, dass die Chance auf Reparaturen sehr gering ist. Also in erster Linie auf Überflüssiges zu verzichten, denn Sie kennen ja die alte Binsenweisheit aller erfahrenen Segler sicher schon: “Was nicht an Bord ist, kann auch nicht kaputt gehen!”

Das geht beim Generator an. Was ist ein Strom-Generator in der Bordpraxis? Das wissen wir doch: Eine Verbrennungsmaschine (meistens - Diesel oder Benzin) mit einer Stromerzeugerin, also einer Lichtmaschine (so eine populäre Bezeichnung, besser benannt als Alternator oder auch als Dynamo) dran. Nun haben wir aber mit der auf heutiger jeder Fahrtenyacht genau so ein Maschine (auf einem Katamaran gar zwei!) ohnehin an Bord! Unsere Bordmaschine hat sogar meiste einen ganz mächtigen Stromerzeuger angeflanscht, der soagar ein paar PS für den Startermotor liefen kann. Also warum ein Generator?

Nach meinen Beobachtungen steht hierfür bei vielen Yachtkäufern etwas im Vordergrund, was vielleicht menschlich verständlich ist, was aber sicher in technischer Hinsicht nicht belegt werden kann: Zwar sind unsere Yachten, die auf Langfahrt gehen, allesamt Segelyachten, aber bei deren Größe und gleichzeitig zahlenmäßig kleiner Mannschaft ist es nicht verwunderlich, dass wir, ein bisserl wie Motorfahrer (ja!), ohne die Maschine die Segelyacht nicht mehr bewegen, ja bei unseren Engen Häfen auch nicht mehr segeln können. Wir sind, leider, auf die “Haupt-Maschine” angewiesen. Und deren Einsatzbereitschaft darf auf keinen Fall eingeschränkt werden. Wenn wir sie für andere Zwecke “mißbrauchen”, dann riskieren wir, dass sie uns beim Bewegen des Schiffes wegen der Überbeanspruchung für andere Zwecke vielleicht einmal im Stich läßt, was ja unter Umständen auf einen Nortfall hinausläuft. Also sparen wir Maschinenzeit für viel den wirklich notwendigen Einsatz, nämlich als Antrieb für unser Schiff!

Wie falsch! Jeder Fachmann wird bestätigen, dass man zum Beispiel einer Dieselmaschine nichts Schlimmeres antun kann, als sie nicht unter Last regelmäßig laufen zu lassen!

Für viele Rettungsboote zum Beispiel ist der regelmäßige Gebrauch des Diesels vorgeschriebene Pflicht. Im Yachtclub von Balboa, wo der Einsatz des Beibootes für den Landverkehr verboten ist, werden die Dieselmotoren der Fährboote - schon aus Faulheit - den ganzen Tag nicht abgestellt, sie laufen also 24 Stunden - ohne dass den Motoren das schaden würde.

Freilich, Werften oder Verkäufer von Yachten schätzen diese Furcht vor der zu intensiven Benutzung der Hauptmaschine fürs Batterieladen, Watermaker, elektrisch Kochen, Tiefkühlanlage etc, weil der Einbau eines Generators mangels Propelleranlage einfach ist und nicht nur den Verkaufspreis um 20 oder 30 Tausend Euros erhöht, sondern weil man dem Käufer dann gleich noch eine Waschmaschine, eine elektrische Heizung oder gar noch für weitere dreißigtausend Euronen oder so eine Air-Condition andrehen kann, was in der Praxis deren Betrieb ohne Landstrom nur mit einem zusätlichen Wechselstrom Generator möglich macht.

Ich hätte ja auch gar nichts gegen einen teuren Generator, wenn dessen Ausfall nicht auffällig häufig zu beklagen ist. Bei der Kontrolle der Teilnehmeryachten vor dem Start zur ARC auf den kanarischen Inseln wird regelmäßig als häufigster Defekt und Reparaturnotwendigkeit ein Schaden am Generator festgestellt. Warum ist das so?

Wenn manche Eigner schon damit überfordert sind, sich fachmännisch um die Hauptmaschine zu kümmern (Filterwechsel, Ölwechsel, etc), wie soll er dann einen wegen der Laufruhe abgekapselten Generator, der ja auch meist aus Lärmgründen im letzten Loch der Yacht verbaut ist, so hegen und pflegen, dass er ohne zu Murren ständig seinen Dienst versieht?

Noch vor ein paar Jahren hat sich eine Maschinen-Philosophie auf Langfahrt-Yachten vor allem unter dem Einfluss amerikanischer Yachties breitgemacht, die da lautete: Die Hauptmaschine muss jeden oder jeden zweiten Tag eine Stunde lang laufen, was gut für die Einsatzfähigkeit der Maschine ist und gleichzeitig den Stromtank (Batterie) voll hält, damit Kühlschrank und sonstige Stromverbraucher daraus versorgt werden können.

Zahlreiche Weltumsegelyachten sind in der Folgezeit mit Erfolg so ausgelegt und betrieben worden. Ohne eine zweite oder eine dritte Maschine an Bord, dem Generator! Und heute wäre der Verzicht auf einen Extra-Generator noch unproblematischer, nachdem uns weitere Stromerzeuger (Solarpanels und villeicht noch Wind-Generatoren) zur Verfügung stehen.

Nun ist es nicht so, dass vom Verfasser Dieselgeneratoren generell verteufelt werden, auf manchen Schiffen ist der Generator als Stromerzeuger nicht zu vermeiden. Naturgemäß ist dies bei allen (meist gebrauchten) Yachten der Fall, wo halt ein Generator ohnehin schon vorhanden ist. Da heißt es, mit dieser Maschine zu leben. Das gilt auch insbesondere für größere Yachten mit mächtiger Antriebsmaschine, so in der Größe von hundert PS und darüber. Hier wäre unverhältnismäich, die Hauptmaschine, also 100 PS einzusetzen für gerade mal 30 Ampere, die das Ladegerät für die Batterien aufnimmt. Bei Brootsgrößen ab 15 Meter kann ein Generator furchaus sinnvoll sein. Aber bei dieser Schiffsgröße kommen wir bald in den Bereich, wo auch eine zusätzliche Crew notwendig wird, die sich dann auch um die vielen Maschinen kümmern kann.

Darunter ist der Generator mit eigneem Verbrennungsmotor bei richtiger Auslegung des Energie-Versorgungs-Netzes überflüssig. Und eine mögliche Störquelle - siehe oben.

Auf unserem Katamaran THALASSA - fast 15 Meter lang, gab es deshalb keinen Generator und die Yacht wurde 10 Jahre lang betrieben (zusätlich mit einer großen Fläche an Solarpaneelen) unter anderem ausgerüstet mit Tiefkültruhe, Waschmaschine, Kühlschrank und Watermaker!

Watermaker? Ohne Generator? Aber selbstverständlich, dessen Pumpe wurde direkt aus der 12-V-Batterie betrieben. Natürlich nicht bei stehender Maschine, sondern wenn zum Beispiel durch ein Flautenloch motort wurde, wo anschließend der 600-Liter-Tank wieder randvoll war. Nicht einmal ist uns das Süßwasser -trotz täglicher Dusche ausgegangen.

Nach meinen Erfahrungen würde ich nie mehr auf große Fahrt gehen, ohne eine Meeres-Entsalzungsanlge. Die Vorteile so einer Pumpanlage mit Membrane, nichts anderes ist der Süßwasser-Produzent, sind in der Bordpraxis gewaltig. Derat hervorstechend (fast überall einwandfreies Trinkwasser an Bord, selbst in Marinas), dass ich niemals wieder darauf verzichten würde! Obwohl mein Watermaker aus amerikanischer Herkunft wegen seiner Kompliziertheit ein Quell stetigen Ärgernisses war. Heute hätte ich eine Anlage des Deutschen Seglers und Yachteigners Michael Bauza, seit vielen Jahren auf Zuverlässigkeit hin in Trinidad produziert - nicht abschrecken lassen von dieser entfernten Lage! In weit über viertausend Fahrtenyachten wurde inzwischen ein Watermaker von Echotec, das ist die Firma von Bauza eingebaut. Hier siehe auch hier!

Jetzt ein Tipp: Lassen Sie sich nicht durch die Prospektagaben bezüglich der Leistungsfähigkeit eines Watermakers verwirren. Da werden gigantische Angaben gemacht zur Leistungsfähigkeit einer solchen Pumpe. Entscheidend für uns, die wir die Anlage mit Batteriestrom (bei laufeder Maschine) betreiben wollen, ist allein das Verhältnis von Süßwassermenge pro Ampere. Und nicht das Produkt “in 24 Stunden”. Echotec gibt für die Anlage 32 Liter pro Stunde bei 12 Volt und 20 Ampere. Das schaft unsere (gesunde) Batterie leicht in Fahrt, wenn die Maschine mitläuft. Und nach der Flaute ist der Tank wieder voll.

Der große Schwachpunkt einer Fahrtenyacht, wie beim Menschen das Herz, ist nicht etwa die Maschine und deren Drumnherum (wenn die nicht vernachlässigt werden), sondern, man ahnt es: Der Stromspeicher, die Batterien. Als Autofahrer merken wir das nicht, denn diese Stromspeicher werden auf der Straße kaum belastet, der Automotor erzeugt ja nach dem Anlassen komplett den Storm: Und so halten die Batterien im Auto auch schon mal zehn Jahre, ohne dass sie sich negativ bemerkbar machen. Aber jetzt, wo das Ringen um Reichweiten beim Elektroauto im Mittelpunkt einer beabsichtigen Menschheitsumstellung steht, wird uns die Unvollkommenheit unserer Batterien als Stromlieferant fast täglich in der Zeitung vor Augen geführt.

Fakt ist: Die üblichen Bleibatterien, auch solche die als speziell “maritim” bezeichnet sind oder sonstige augenwischende Bezeichnung tragen, sind Verbrauchsgegenstände. Wenn der Ladestrom auf dem Amperemeter schon kurz nach dem Anlassen unter 10 Ampere sinkt, dann bedeutet das, dass in die Batterien nicht mehr Strom reingeht, dass die Bleiplatten den von der Hauptmaschine erzeugten Strom zur Gänze gar nicht aufnehmen können. Dass deren Kapazität nach der Last der Jahre Richtung Null zurückgeht, dass sie halt hinüber sind.

Genauso wie noch beim Elektroauto sind die Batteien auf einer Fahrtenyacht der Schwachpunkt, das Herz der Yacht schwächelt. Und die Energieversorgung bricht zusammen.

Auswege?

Vielleicht sind es die neuen (aber auch sündteuren ) Lithiumbatterien? In einem der nächsten Beiträge werden Weltumsgeler Kerstin und Hans von der Yacht CINDERELLA sachkundig ausführlich dazu Stellung nehmen. Und ob sich deren Anschaffung nicht doch im Leben einer Yacht bezahlt machen wird.