Frage von Christoph & Kirsten Marx:
Hallo,
ich habe gerade das Buch “Fahrtensegeln” Auflage 3 von 1982 gelesen und war
natuerlich maechtig Stolz, als erstes Foto in dem Buch ein Bild von einer
VARIANTA 65 zu sehen, weil ich auch eine solche segele.
Als Bildunterschrift steht dort die VARIANTA waere ein Boot zum
Kuestensegeln und mit entsprechender Ausruestung auch fuer das offene Meer,
wenn man eine sportliche Einstellung mitbringt.
Nun, die sportliche Einstellung haben wir.
Meine Frage: was verstehen Sie unter “entsprechender Ausrüstung”?
Wir haben einen 5 PS 4-takter Außenborder. Reicht der?
Wir haben 4mm starke Stage/Wanten. Reichen die?
Wir haben Fock, Genua und Groß mit einem Bindereff. Brauchen wir mehr?
Wir haben ein normales Kofferradio und keinen Funk. Ist das OK?
Was sollen wir zu dieser Standardausruestung zufuegen, bzw verbessern, damit
ein ausgedehnter Ostseetoern zwar sportlich und spannend, aber nicht
chaotisch wird.
Beste Grüße und vielen Dank
Christoph & Kirsten Marx
Köln
Hallo, ich hab mal ein Ehepaar (mit Kleinkind) getroffen, die sind mit einer SHARK 24, also fast vergleichbar mit einer Varianta, von Kanada nach Australien gesegelt. Sie haben - glaubhaft - erzählt, daß sie außer der Enge keine Probleme gehabt haben.
Es besteht also kein Grund, mit einer Varaianta nicht auf die Ostsee hinauszufahren, die nötige Seemannschaft vorausgesetzt.
“Seemannschaft” heißt in diesem Fall sicher “Vorsicht, und nochmals Vorsicht” - oder besser gesagt “Umsicht”. Ich würde mir überschaubare Tagesziele(!) aussuchen und mit kleinen Schlägen beginnen. Nachtfahrten vermeiden Sie! Und selbstverständlich fahren Sie nur bei einwandfreien Wettervorhersagen los, und zwar im Sommer, nicht im Frühling und nicht im Herbst! Dann stimmt auch einigermaßen die Wassertemperatur, wenn was passiert.
Ihre Ausrüstung ist schon o.k. Was ich aber vermisse, ist eine Aufzählung der Navigations-und Sicherheits-Ausrüstung. Ich setze es als selbstverständlich voraus, daß Sie Kompaß, Seekarten, tragbaren GPS (mit Reservebatterien), Rettungswesten, Signalkörper und Lifebelt dabei haben.
Ihr “Kofferradio” (dessen Frequenzbereich Sie nicht angeben) sollte geeignet sein, einen vernünftigen Wetterbericht zu empfangen. Das müssen Sie unbedingt vorher ausprobieren.
Eine UKW-Handfunke empfehle ich Ihnen nicht, wenn Sie ein Handy dabeihaben. Der UKW-Betrieb ist sicher illegal. Aber “Not kennt kein Gebot”, sodaß Sie damit in der Lage wären, Funkkontakt mit anderen Schiffen (Yachten) aufzunehmen. Die Reichweite hängt nicht in erster Linie von der Sendeleistung, sondern von der Antennenhöhe ab, sodaß Sie über ein Entfernung von 10 bis 15 Meilen ein Ship schon anfunken können, wenn es auf Kanal 16 hört. Hüten Sie sich vor Handfunken, die mit Akku laufen. Für Ihren Zweck muß es mit den normalen Walkman-Batterien zu betreiben sein, meist 6 oder 8 Stück.
Stattdessen müssen Sie aus Sicherheitsgründen ein Handy (Dual-Band, geschützt verpackt in einer Plastiktüte mit Reserveakku) dabeihaben. In der Ostsee sollten sie damit meistens in Reichweite eines Senders sein.
Gute Fahrt!
Bobby Schenk
